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Informationen für Familie und Freunde von Personen, die aufgrund einer Infektion mit COVID-19 stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden mussten

Eine Infektion mit COVID-19 kann leichte bis schwere Krankheitsverläufe hervorrufen. Ihr Familienmitglied oder Freundin wurde aufgrund einer Infektion mit COVID-19 stationär im Krankenhaus aufgenommen, um die Atmung zu überwachen. Einige Patientinnen benötigen zur Unterstützung beim Atmen Sauerstoff. Bei manchen Patientinnen muss eine künstliche Beatmung angewandt werden. Dieser Flyer soll Ihnen erklären, welche Behandlung er oder sie erhalten wird, und welche Unterstützungsmöglichkeiten für ihn/sie und für Sie zur Verfügung stehen

Letztes Update 06/05/2021
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Welche Behandlungen wird Ihr Angehöriger erhalten?


Neben der aktiven Therapie der Erkrankung mit Covid-19 ist es wichtig, dass wir die Belastung, unter der er oder sie möglicherweise leidet, reduzieren und eventuell auftretende Symptome zeitnah behandeln, wie z.B.:

  • Atemnot/Kurzatmigkeit kann durch Ruhe und Entspannung gebessert werden. Wenn die Atemnot stärker wird, können wir sie durch Medikamente lindern. Morphin wird dabei am häufigsten gegeben. Obwohl Morphin hauptsächlich zur Schmerzlinderung eingesetzt wird, ist es auch ein sicheres Medikament zur Linderung von Atemnot.
  • Husten kann ebenfalls durch die Gabe von Morphin gelindert werden.
  • Bei Angst werden zur Symptomlinderung Medikamente wie z.B. Lorazepam und Midazolam gegeben.
  • Unruhe kann bei einsetzendem Fieber auftreten. Das Fieber kann bei Bedarf mit dem Medikament Paracetamol oder Metamizol gesenkt werden.

Alle Medikamente werden regelmäßig, sowie bei Bedarf gegeben. Die Medikamente können als Infusion über die Vene oder unter die Haut verabreicht werden. In sehr kritischen Erkrankungssituationen durch COVID-19 kann es sein, dass die Lunge schwer beeinträchtig wird, so dass sie nicht mehr normal funktioniert. Eventuell wird dann ein Beatmungsgerät eingesetzt, um Luft in und aus der Lunge zu transportieren und bei der Atmung zu helfen. Es könnte sein, dass über mehrere Tage die Unterstützung eines Beatmungsgerätes benötigt wird, bis die Lunge wieder normal funktioniert.

Entscheidungen treffen


Eine Infektion mit COVID-19 kann leichte bis schwere Krankheitsverläufe hervorrufen. Ihr Familienmitglied oder Freundin wurde aufgrund einer Infektion mit COVID-19 stationär im Krankenhaus aufgenommen, um die Atmung zu überwachen. Einige Patientinnen benötigen zur Unterstützung beim Atmen Sauerstoff. Bei manchen Patientinnen muss eine künstliche Beatmung angewandt werden. Dieser Flyer soll Ihnen erklären, welche Behandlung er oder sie erhalten wird, und welche Unterstützungsmöglichkeiten für ihn/sie und für Sie zur Verfügung stehen. Schwierige Entscheidungen über die Versorgung ihres Familienmitglieds/Freundes müssen eventuell sehr schnell von den betreuenden Ärztinnen getroffen werden. Zum Beispiel wann eine Beatmung begonnen wird oder ob bei einem Herzstillstand eine Wiederbelebung eingeleitet wird. Bitte informieren Sie das medizinische Personal, ob Sie mit Ihrem Familienmitglied/Freundin über diese Themen gesprochen haben und was diese dazu gesagt haben. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie dies mit den behandelnden Ärztinnen und Pflegenden. Viele Gespräche mit Ärztinnen und den Pflegenden werden am Telefon stattfinden müssen. Wir verstehen, dass dies schwierig ist. Bitte stellen Sie sicher, dass wir Ihre Kontaktdaten haben, und lassen Sie die Mitarbeitenden der Station wissen, wenn Sie informiert werden wollen.

Wie kann ich mit meinem Angehörigen kommunizieren?


Aufgrund der bestehenden Isolationsmaßnahmen in und außerhalb des Krankenhauses ist es wahrscheinlich, dass Besuche nur eingeschränkt möglich sind. Wenn Besuche erlaubt sind, dann nur unter besonderen Schutzmaßnahmen (wie z.B. Schutzkleidung, Gesichtsmaske etc.). Wenn möglich wird das Krankenhauspersonal Sie bei der Kommunikation mit Ihren Angehörigen unterstützen (z.B. mit Telefon- und Videoanrufen).

Kann ich zusätzliche Unterstützung bekommen?


Wir verstehen, dass dies eine schwierige Zeit ist. Vielleicht möchten Sie mit jemanden darüber sprechen, wie es Ihnen geht. Bitte sprechen Sie mit einem Mitarbeiterin von der Station und er/sie wird mit den gewünschten Unterstützungsmöglichkeiten Kontakt aufnehmen. Liste von lokalen Unterstützungsmöglichkeiten im Krankenhaus bitte hier einfügen:

Dieses Informationsblatt wurde von Dr Sabrina Bajwah (Cicely Saunders Institute, King’s College London) mit der Unterstützung von Co-Autoren und Patienten- und Angehörigengruppen zusammengestellt. Das Informationsblatt gehört zum ERJ Editorial “Managing the supportive care needs of those affected with COVID-19”. Bitte zitieren Sie das Editorial wie folgt: Bajwah S, Wilcock A, Towers R, Costantini M, Bausewein C, Simon ST, Bendstrup E, Prentice W, Johnson MJ, Currow DC, Kreuter M, Wells AU, Birring SS, Edmonds P, Higginson IJ (2020). Managing the supportive care needs of those affected by COVID-19. ERJ: doi (10.1183/13993003.00815-2020) Entworfen April 2020.

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