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Luftverschmutzung in Innenräumen und Auswirkungen auf die Lunge

Meist glaubt man, Luftverschmutzung sei der Smog, den man sieht, wenn die Luft draußen stark verunreinigt ist. Nur wenige aber wissen, dass ihnen auch die Luftverschmutzung in Innenräumen schaden kann. Wie viel Zeit verbringen Sie in Innenräumen? Viel mehr, als Sie denken. Wir verbringen rund 90 % unserer Zeit in Gebäuden. Somit ist eine saubere Raumluft in Innenräumen für unsere Gesundheit sehr wichtig. Schlechte Raumluft wurde mit Lungenkrankheiten wie Asthma, Allergien, Chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sowie Lungenkrebs in Verbindung gebracht und beeinträchtigt auch andere Teile des Körpers. Menschen, die an einer Lungenerkrankung leiden, sind anfälliger für Luftverschmutzung in Innenräumen, außerdem verbringen Menschen mit schweren Krankheiten mehr Zeit in ihren Wohnräumen.

Letztes Update 28/04/2021
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Woher kommt sie?


Es gibt viele Luftverschmutzungsquellen: offene Kamine und Heizungen, Baumaterialien und Möbel, Reinigungsprodukte und Kühlsysteme sowie aus dem Freien eindringende Luftverunreinigungen. Mehr zur Luftverschmutzung im Freien finden Sie im entsprechenden Informationsblatt unter

Was bedeutet Belüftung?


Luft kann auf viele Arten in ein Gebäude gelangen:

  • Infiltration – Luft, die durch Risse in den Wänden, Böden und Decken sowie durch Fenster und Türen eindringt.
  • Natürliche Lüftung – Luft, die von außen kommt, wenn wir Türen oder Fenster öffnen.
  • Mechanische Lüftung – Lüftung durch einen Außenluftventilator oder eine Klimaanlage.

Heute werden Gebäude stärker wärmeisoliert, um den Stromverbrauch zu senken. So kann die Außenluft jedoch schwer eindringen, um Schadstoffe zu verdünnen oder wegzublasen. Wie stark ein Gebäude gelüftet wird, ist wichtig, wenn man die Luftverschmutzung in Innenräumen und ihre Auswirkungen bedenkt.

Wie wirkt sich die Luftverschmutzung auf unsere Lunge aus?


Bereits nach kurzer Zeit (Tage oder Wochen) kann sich durch Luftverschmutzung in Innenräumen eine Reizwirkung, etwa trockener Hals und Husten, zeigen. Die Auswirkungen einer längeren Exposition hingegen machen sich oft jahrelang nicht deutlich bemerkbar.

Bin ich gefährdet?


Manche Menschen sind anfälliger für Schadstoffe in der Raumluft als andere. So scheinen Kinder empfindlicher auf Passivrauchen zu reagieren, und Frauen bekommen schneller einen trockenen Hals und trockene Augen. Patienten, die auf Hausstaubmilben oder Haustiere allergisch sind, leiden, wenn sie diesen in Innenräumen ausgesetzt sind. Abgesehen davon aber lässt sich nicht vorab erkennen, ob man empfindlicher gegen Luftschadstoffe in Innenräumen ist als andere. Wenn die Belastung aber sehr hoch ist, leidet fast jeder.

Wie können wir die Risiken senken?


In fast allen europäischen Ländern wird die Verschmutzung der Außenluft erfasst, und es gibt Grenzwerte, an die sich die Länder halten müssen. Einige Länder haben Richtwerte in Bezug auf Schadstoffe in Innenräumen festgelegt, die Definition von Grenzwerten gestaltet sich jedoch schwierig. In gewissem Maß bestimmen wir selbst, was wir in unseren Wohnungen verwenden und wie wir diese belüften. Außerdem ist es schwierig, Schulen, Büros und Geschäften zu kontrollieren und dort akzeptable Werte zu erzielen und beizubehalten. Wenn wir aber die Risiken kennen, können wir versuchen, sie zu verringern. Derzeit werden Gesetze zur Verbesserung der Raumluft eingeführt. Rauchverbote an öffentlichen Orten beispielsweise haben die Gesundheit der Angestellten und Besucher von Lokalen erheblich verbessert.

Wie erkennen wir mögliche Probleme?


Indem wir uns folgende Fragen über unser Zuhause stellen, können wir ermitteln, ob Luftverschmutzung möglicherweise ein Problem darstellt, selbst wenn dies noch nichts beweist:

  • Gibt es Anzeichen auf Probleme, etwa Schimmelpilz oder verdächtige Gerüche?
  • Haben Sie das Gefühl, dass Sie an Symptomen leiden, die besser werden, wenn Sie bestimmte Räumlichkeiten verlassen?

Wie können Sie zu ihrer Verringerung beitragen?


Die Tabelle auf Seite 2 und 3 enthält Vorschläge, wie die einzelnen Schadstoffquellen verringert werden können. Es folgt eine Auflistung von grundlegenden Verbesserungsvorschlägen:

  1. Verbieten Sie das Rauchen in Innenräumen.
  2. Sorgen Sie für ausreichende Belüftung. Lüften Sie Ihre Wohnräume mehrmals täglich 5-10 Minuten lang, besonders während und nach dem Kochen sowie nach dem Duschen.
  3. Lassen Sie mit Gas betriebene Geräte warten.
  4. Sorgen Sie bei einem offenen Kamin dafür, dass der Rauchfang gereinigt ist und überprüft wurde. Verbrennen Sie nur trockenes und unbehandeltes Holz. Verbrennen Sie keine Verpackungen oder sonstigen Abfall.
  5. Verhindern Sie Wasserlecks und reduzieren Sie feuchte Wände und etwaigen Schimmelbefall.
  6. Lassen Sie einen Radontest durchführen, wenn Sie in einem belasteten Gebiet wohnen (auf Granit gebaute Häuser, etwa in Schweden und im Westen Großbritanniens).
  7. Verwenden Sie emissionsarme Baumaterialien und Möbel. Wählen Sie Produkte und Materialien, die das europäische Umweltzeichen oder ein vergleichbares Zertifikat tragen.
  8. Installieren Sie Rauch- und Kohlenmonoxidmelder.
  9. Wasch- und Reinigungsmittel, Lufterfrischer usw. setzen Chemikalien frei. Lüften Sie nach deren Verwendung ausgiebig.

Weitere Informationen und Links finden Sie unter www.environment.european-lung-foundation.org www.env-health.org Diese Informationen wurden vom Ausschuss für Umwelt und Gesundheit der European Respiratory Society (www.ersnet.org) verfasst und zusammengestellt und von der HEAL überprüft.

Diese Publikation wurde über die GD Umwelt der Europäischen Kommission von der Health and Environment Alliance mitfinanziert, erstellt und inhaltlich unterstützt.

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