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Mit COPD gut leben

Dieses Informationsblatt soll Patienten mit chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), ihren Freunden und ihrer Familie zeigen, wie man trotz dieser Erkrankung ein erfülltes Leben haben kann.

Letztes Update 28/04/2021
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Was ist COPD?


COPD ist eine Gruppe von Erkrankungen, zu der chronische Bronchitis und das Lungenemphysem gehören. Eine chronische Bronchitis (entzündete und verengte Luftwege) verhindert, dass sich die Lunge beim Ausatmen wie sonst üblich entleert. Zusätzliche Anstrengungen sind erforderlich, um zu atmen, wodurch Sie sich kurzatmig fühlen können. Ein Lungenemphysem (beschädigte Lungenstruktur) tritt in den Bereichen des Gasaustausches auf, in den sogenannten Lungenbläschen (Alveolen). Die Alveolenwände verlieren ihre Dehnbarkeit und dadurch kann die Luft schlechter aus der Lunge ausgeatmet werden. Symptome wie Atemnot, Husten und Erschöpfung (ein Gefühl, wirklich müde zu sein) entwickeln sich nach und nach und können schwerwiegende Auswirkungen auf Ihre Lebensqualität haben. Sie können dennoch viel selbst für Ihr Wohlbefinden tun.

Was verursacht COPD?


COPD kann viele Ursachen haben. In Europa ist die Hauptursache für COPD das Zigarettenrauchen. Durch das Einatmen von Zigarettenrauch werden die Luftwege gereizt, sodass sie sich entzünden und Sie zum Husten bringen. Wenn Sie rauchen und COPD haben, ist die Beendigung des Rauchens der erste Schritt, um zu verhindern, dass sich Ihre Erkrankung verschlimmert. Nicht alle Raucher entwickeln eine COPD, und es gibt auch COPD-Patienten, die nie geraucht haben. Weitere häufige Ursachen der COPD sind: Luftverschmutzung, sowohl drinnen als auch draußen, jahrelanges Einatmen bestimmter Gase bei der Arbeit oder auch eine Erbkrankheit. Auch eine Asthmaerkrankung im Kindesalter kann zur COPD führen.

Was kann ich für meine Erkrankung tun?


1. Mit dem Rauchen aufhören

Es ist nie zu spät, damit aufzuhören! Die Vorteile zeigen sich schon nach wenigen Tagen. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, entspricht die Alterung Ihrer Lunge der eines Nichtrauchers.

2. Sport treiben und Atmung

Wenn Sie Sport treiben oder alltägliche Tätigkeiten ausüben, können Sie sich außer Atem fühlen. Dies ist nicht gefährlich und die Atemnot geht schnell wieder zurück, wenn Sie mit der körperlichen Aktivität aufhören. Atemnot kann sehr unangenehm und beängstigend sein, aber das Schlimmste, was Sie tun können, ist körperliche Aktivität zu vermeiden. Wenn Sie das tun, werden Sie nicht mehr fit sein, und sich möglicherweise sogar bei einfachen Anstrengungen noch kurzatmiger fühlen. Versuchen Sie, so oft Sie können, Sport zu treiben, um Ihre Gesamtfitness und Ihr Wohlbefinden zu verbessern; trainieren Sie, indem Sie die Treppen hinaufgehen. Halten Sie an, wenn Sie eine Pause benötigen, und Sie werden merken, dass die Atemnot schnell wieder verschwindet. Manchmal kann Ihnen das Atmen mit der „Lippenbremse“ helfen, wieder zu Atem zu kommen. Ein weiterer einfacher Weg, sich körperlich zu betätigen, ist ein täglicher Spaziergang von 20 Minuten. Es ist ratsam, dass Sie Ihre Reliever-Medikamente vor sportlicher Aktivität anwenden. Diese Medikamente helfen Ihnen auch, Ihre Symptome bei körperlicher Betätigung zu lindern.

Wenn Ihre Atemnot sich plötzlich verschlimmert oder nach körperlicher Belastung nicht schnell wieder abklingt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wenn Ihre Atemnot für Sie beschwerlich wird, sollten Sie unter ärztlicher Anleitung an einem Rehabilitationsprogramm teilnehmen. Es wird Ihnen helfen, sich länger körperlich zu betätigen, bevor Sie kurzatmig werden und verbessert Ihre Symptome sowie Ihre Lebensqualität.

3. Ernährung

Gesunde Ernährung sollte ein wichtiger Teil Ihrer Alltagsroutine werden. Essen Sie viel Obst und Gemüse.

  • Ärzte empfehlen 3 – 4 Mahlzeiten täglich, wenn Sie sich wohl fühlen.
  • Wenn Sie sich nicht wohl fühlen, sollten Sie täglich 5 – 6 kleinere Mahlzeiten mit weichen Nahrungsmitteln zu sich nehmen. Kohlehydrate- und proteinreiche Nahrungsmittel wie Nudeln, Huhn und Fisch sind ideal.

Wenn Sie übergewichtig sind, werden Sie noch schwerer atmen. Wenn Sie jedoch untergewichtig sind, benötigen Sie möglicherweise eine spezielle Diät.
Alkohol in Maßen zu den Mahlzeiten ist okay.

Was sollte ich tun, wenn meine Erkrankung sich verschlimmert?


Eine merkliche Verschlechterung Ihrer Erkrankung wird „Exazerbation“ genannt. Wenn diese auftritt werden Sie mehr Symptome als normalerweise haben; diese können schwerwiegender sein, als Sie es sonst gewohnt sind. Dies kann sehr besorgniserregend sein. Exazerbationen werden häufig durch eine normale Erkältung oder bei schlechtem Wetter ausgelöst. Sie können unterschiedlich lange anhalten, dauern aber meist zwischen 7 bis 21 Tagen. Wenn Sie länger anhalten, benötigen Sie möglicherweise eine zusätzliche Behandlung durch Ihren Arzt.

Welche Behandlung wird mein Arzt mir verschreiben?


Bitte beachten Sie Folgendes: Es gibt verschiedene Arten von Inhalatoren, die verwendet werden können, um diese Medikamente zu verabreichen, und sie sind alle etwas unterschiedlich in ihrer Anwendung . Stellen Sie bitte sicher, dass Sie genau wissen, wie Sie Ihren Inhalator anwenden müssen, denn er kann eine bestimmte Form des Zusammenbaus oder der Reinigung erfordern, damit er wirksam angewendet werden kann.

Allgemeine praktische Ratschläge


Wie wird meine Erkrankung überwacht?


Kleidung
Tragen Sie für die Jahreszeit geeignete Kleidung. Versuchen Sie, locker sitzende Kleidung zu tragen, die leicht anzuziehen ist.

Heizung
Sorgen Sie zu Hause für eine Temperatur zwischen 19 und 21°C. Bei kalten Temperaturen könnten Sie sich unwohl fühlen.

Urlaub
Auch mit einer COPD können Sie in Urlaub fahren. Vor Flugreisen sollten Sie sich bei der Fluggesellschaft erkundigen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch im Abschnitt über Flugreisen auf der ELF-Website.

Hausarbeit
Vermeiden Sie die Verwendung starker chemischer Produkte wie Putzmittel und Farben, da diese Ihre Luftwege reizen und Ihre Symptome verschlimmern können.

Freizeit
Besuchen Sie Ihre Freunde so oft Sie können. Wenn Sie lieber zu Hause bleiben, sorgen Sie für Unterhaltung, indem Sie Musik hören oder sich einfach nur entspannen.

Sex
Die COPD-Symptome und die Behandlung können Ihr Verlangen nach Sex verringern, aber das bedeutet nicht, dass Sex für Sie gefährlich ist. Ein leichter Anstieg der Herz- und Atemfrequenz ist normal.

Schlaf
Sorgen Sie für eine Routine für das Schlafengehen, Aufstehen und für Ruhepausen. Vermeiden Sie zu viel Schlaf am Tag oder zu viel Alkohol oder Koffein, da es das abendliche Einschlafen erschweren kann.

Impfungen
Infektionen, wie Grippe oder Lungenentzündung, können sich leicht auf Ihre Lunge ausbreiten, da diese empfindlicher ist als bei gesunden Menschen. Ärzte empfehlen eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Lungenentzündung, wenn Sie älter als 65 Jahre sind.

Was führt zu Verschlechterungen?


Suchen Sie Ihren Arzt oder das Pflegepersonal regelmäßig auf. Man wird Sie fragen, wie Sie sich fühlen und wie Ihre Behandlung wirkt. Dies ist Ihre Gelegenheit, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen, wie Sie sich fühlen und welche Symptome und Bedürfnisse Sie haben. Man wird Ihre Atmung mit einem Stethoskop abhören und beurteilen, ob Ihre Behandlung geändert werden muss. Zu den Untersuchungen, die Ihr Arzt zur Überprüfung Ihrer Erkrankung durchführt, können gehören:

  • Ein Spirometrie-Test. Dieser Test wird verwendet, um COPD zu diagnostizieren und kann helfen, festzustellen, wie Ihre Erkrankung fortschreitet. Bei dem Test muss so tief wie möglich eingeatmet werden, sodass sich die Lunge mit Luft füllt. Danach müssen Sie so stark und so schnell wie Sie können mindestens 6 Sekunden lang in ein Gerät ausatmen.
  • Oximetrie. Dies ist ein sehr einfacher und schmerzloser Weg, um festzustellen, ob Sie genug Sauerstoff im Blut haben. Dies ist erkennbar an der Farbe Ihres Blutes in der Fingerspitze. Wenn der Messwert niedrig ist, wird meist eine arterielle Blutgasanalyse durchgeführt. Diese misst ganz genau, wie viel Sauerstoff und Kohlendioxid Sie in Ihrem Blut haben, und Ihr Arzt kann daraus schließen, ob Sie zusätzlichen Sauerstoff benötigen.
  • Fragebogen zur Lebensqualität. Dieser umfasst Fragen zu Ihrem Wohlbefinden und dazu, wie Sie mit bestimmten Tätigkeiten zurechtkommen. Anhand des Fragebogens ist zu sehen, wie die Behandlung bei Ihrer Erkrankung hilft.
  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs. Diese Untersuchung dient dazu, mögliche andere Ursachen für Ihre Symptome auszuschließen.
  • Sechs-Minuten-Gehtest. Anhand des Gehtests kann Ihr Arzt sehen, wie weit Sie in sechs Minuten gehen können, und wie schwierig Sie dies finden.

Wie merke ich, dass sich meine Erkrankung verschlimmert?


  1. Sie rauchen weiterhin.
  2. Sie wenden die empfohlene Behandlung nicht an.
  3. Sie wenden Ihren Inhalator nicht richtig an.
  4. Eventuelle andere Erkrankungen werden nicht behandelt.
  5. Sie halten Ihre Termine bei Ihrem Arzt nicht ein.
  6. Sie schränken die Kontakte zur Ihren Freunden und Ihrer Familie ein.
  7. Sie halten sich nicht an Ihre täglichen 20-minütigen sportlichen Übungen.

Exazerbationen


Sie fühlen sich kurzatmiger als sonst üblich
In diesem Fall:

  • Sehen Sie in Ihr Selbstmanagement-Programm und befolgen Sie die Ratschläge.
  • Bewahren Sie Ruhe.
  • Wenden Sie Ihre Notfall-Inhalatoren an.
  • Beginnen Sie mit der Notfallbehandlung, wenn
    vorhanden.
  • Wenn Sie Sauerstoff anwenden, lassen Sie das
    Gerät den ganzen Tag eingeschaltet, erhöhen Sie
    jedoch nicht die Menge, die Ihnen Ihr Arzt verordnet hat.
  • Versuchen Sie, die Entspannungs- und
    Atemtechniken anzuwenden, die Ihnen Ihr Arzt
    gezeigt hat.
  • Gönnen Sie sich Ruhe.

Sie bemerken möglicherweise, dass Sie mehr Schleim produzieren, als sonst üblich.
Er kann die Farbe verändern und zähflüssiger sein und dadurch schwerer auszuhusten.

Ihre Beine und Füße schwellen möglicherweise an.
Wenn dies der Fall ist:

  • Halten Sie Ihre Füße hoch.
  • Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das Problem nicht innerhalb von 3 Tagen wieder verschwindet.

Wenn eine dieser Beschwerden bei Ihnen auftritt, wenden Sie sich an Ihren Arzt:

  • Sie husten Blut aus
  • Sie fühlen sich kurzatmiger als sonst
  • Sie husten mehr Schleim aus, eventuell verfärbt
  • Ihre Beine und Füße sind geschwollen
  • Sie haben beim Atmen Schmerzen an der Seite Ihres Brustkorbs
  • Sie fühlen sich benommen
  • Sie haben Stimmungsschwankungen

Weiterführende Literatur


Die Originalversion dieses Dokuments basierte auf einer Veröffentlichung von Respirar, einem Bereich der spanischen Lungengruppe (SEPAR) und auf „Living with COPD“ (Leben mit COPD) von der britischen Autorin Monica Fletcher, Chief Executive, Education for Health. Sie wurde 2017 von Professor Martijn Spruit, Dr. Frits Franssen und Saskia Weldam PhD überarbeitet und aktualisiert.

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