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Bronchoskopie (Lungenspiegelung)

Eine Bronchoskopie ist eine Untersuchung, bei der ein Arzt Ihre Luftröhre, Ihre Bronchien und Ihre Lungen untersucht. Dieses Fact Sheet erklärt, was genau bei der Untersuchung gemacht wird, warum sie eingesetzt wird und es werden zwei Fallstudien einer Bronchoskopie von Patienten präsentiert.

Letztes Update 02/02/2021
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Bronchoskopien werden mit einem dünnen Betrachtungsinstrument durchgeführt, welches als Bronchoskop bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine biegsame Sonde, an deren Ende eine Kamera angebracht ist. Mit dieser kann der Arzt die Bronchien und Lunge des Patienten betrachten. Sie benötigen unter Umständen eine Bronchoskopie, wenn Ihr Bruströntgenbild oder Brust-CT auffällig war. Die Ergebnisse der Untersuchung können Anzeichen einer Infektion oder überschüssigen Schleim in den Bronchien anzeigen. Falls Blutungen auftreten, können auch Verstopfungen (z.B. durch Essensreste) in den Bronchien oder ein Tumor erkannt werden.

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?


Normalerweise wird die Untersuchung im OP oder einem speziellen Behandlungszimmer durchgeführt. Der Patient liegt normalerweise in einer bequemen Lage. Unter Umständen wird Ihnen eine Spritze gegeben, damit Sie sich während der Untersuchung schläfrig fühlen. Ein örtliches Betäubungsmittel wird in Nase und Rachen gesprüht, um diese Bereiche zu betäuben. Das Bronchoskop wird dann durch Nase oder Mund den hinteren Rachenraum hinunter geführt. Um das Bronchoskop herum gibt es immer ausreichend Platz zum Atmen.

Bei manchen Bronchoskopien wird auch eine winzige Gewebsmenge mittels einer sehr kleinen Zange aus den Bronchien entfernt. Dieses Verfahren wird als Biopsie bezeichnet. Manchmal werden Zellen entnommen, indem der Bereich gespült und die Spülflüssigkeit dann gesammelt wird. Dieser Prozess wird als Bronchiallavage oder Lungenspülung bezeichnet. Die entnommenen Proben werden dann analysiert, um mehr über den Zustand der Bronchien zu erfahren.

Wichtigste Fragen


Treten bei der Untersuchung Nebenwirkungen auf?

Das Risiko von Komplikationen ist bei dieser Untersuchung sehr gering. Eventuell treten beim Patienten am nächsten Tag Hals- oder Nasenschmerzen auf. Bei manchen Patienten kommt es zu Nasenbluten oder blutdurchzogenem Schleim. In der bislang größten Studie zu diesem Thema kam es bei lediglich 1 % von 20.000 Patienten zu schwerwiegenden Komplikationen.1

Bin ich während der Untersuchung wach?

Bei den meisten Patienten kann eine Bronchoskopie ohne Vollnarkose durchgeführt werden. Ihre Gesundheitsfachkraft wird aber auf jeden Fall die Option einer Narkose mit Ihnen besprechen, damit Sie eine informierte Entscheidung treffen können. Wie Bredas Beispiel zeigt, wird man Ihnen eventuell eine Injektion verabreichen, die Sie schläfrig macht, aber Sie dennoch bei Bewusstsein lässt.

Wie lange dauert die Untersuchung?

Die Untersuchung dauert normalerweise 15 – 30 Minuten.

Tut die Untersuchung weh?

Wie die Beispiele von Breda und Marleen zeigen, empfinden die meisten Patienten die Untersuchung als unangenehm, aber nicht als schmerzhaft. Außerdem wird der gesamte Bereich lokal betäubt, so dass Sie nichts spüren werden.

1 Facciolongo N, Patelli M, Gasparini S, et al. Incidence of complications in bronchoscopy. [Inzidenz von Komplikationen bei Bronchoskopien.] Multizentrische, prospektive Studie von 20.986 Bronchoskopien. Monaldi Arch Chest Dis 2009;71:8–14

Dieses Material wurde mit Hilfe von Breda Flood, Marleen de Groot und Professor Norbert Krug erstellt.

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