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Ein aktives Leben mit COPD

Wenn man an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) leidet, kann es zum Problem werden, aktiv zu bleiben, da die Atmung mehr Energie erfordert als normalerweise. Dieses Informationsblatt wurde für Menschen mit COPD, ihre Familien und ihre Betreuungspersonen verfasst. Es wird erklärt, warum Aktivitäten durch die Erkrankung beeinträchtigt werden, warum man aktiv bleiben soll und wie ein aktives Leben trotz COPD möglich ist.

Letztes Update 09/02/2021
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Was ist COPD?


COPD bezeichnet allgemein Erkrankungen wie Emphysem und chronische Bronchitis, durch die die Atemwege dauerhaft verschlossen oder verengt sind. Die Erkrankung beeinträchtigt vor allem Lunge und Atmung, kann aber auch Muskeln, Herz, Knochen und Ihre Stimmung insgesamt beeinträchtigen. In Europa ist Tabakrauch die Hauptursache für COPD, aber eine Reihe von anderen Faktoren kann zur Entwicklung dieser Erkrankung führen. Dazu zählen Luftverschmutzung im Freien und in Räumen sowie Staub und Chemikalien am Arbeitsplatz und bereits bestehende Krankheiten wie chronisches Asthma. Oft verschlimmern sich langfristig die Symptome, und möglicherweise müssen Sie bei Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen, Einkaufen oder Duschen langsamer machen. Manchmal fühlen Sie sich vielleicht sogar unfähig, diese Dinge zu tun. Aktiv zu bleiben, kann diese Tätigkeiten erträglicher machen und Ihr allgemeines Wohlbefinden steigern.

Inwiefern betrifft mich COPD?


Was kann ich dagegen tun?


Zu den ersten Anzeichen von COPD zählt es, herauszufinden, dass Ihnen körperliche Betätigungen schwerer fallen als früher. Möglicherweise müssen Sie beim Treppensteigen pausieren oder während des Spaziergangs eine Rast einlegen. Kurzatmigkeit und Müdigkeit werden im Verlauf der Zeit stärker, wenngleich bei vielen Patienten der Zustand von Tag zu Tag schwankt. An manchen Tagen kann Ihre Atemnot kein Problem sein, an anderen wiederum kann es sein, dass Sie zu nichts in der Lage sind. Ebenso kann es sein, dass Sie sich in der Früh miserabel fühlen und die Symptome am Nachmittag viel besser sind.

COPD betrifft jeden unterschiedlich stark, je nach Schwere der Erkrankung. Ist Ihre Erkrankung leicht oder mittelschwer, kann es sein, dass Ihnen Spaziergänge, Sport, Einkaufen oder andere Freizeitaktivitäten schwerer fallen. Ist Ihre Erkrankung fortgeschrittener, kann Ihnen schon beim Anziehen, Baden oder Kämmen das Atmen schwer fallen. Wie andere chronische Erkrankungen, die die üblichen Alltagsaktivitäten beeinträchtigen, kann COPD seelisches Leid verursachen. Depression, Trauer und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder ängstlich und panisch zu sein, sind häufige emotionale Begleiterscheinungen der COPD. COPD kann sich aber auch auf Beziehungen auswirken, da viele Menschen bei Haushaltsarbeiten auf die Hilfe anderer angewiesen sind oder sich einsam fühlen, wenn das Ausgehen mühevoll wird. Einige Menschen sind auch besorgt, weil sie bei sexuellen Aktivitäten kurzatmig werden. Diese Atemnot kann alarmierend sein und beeinträchtigt oft das Bedürfnis einer Person nach Sexualität oder deren Genuss. Wichtig ist, dass Sie sich nicht schämen und Ihre Sorgen mit Ihrem Arzt, Betreuer oder Physiotherapeuten besprechen.

“Ich verrichte noch meine Haushaltsarbeiten, habe aber gelernt, diese langsam zu verrichten und auf mehrere Tage zu verteilen. Nicht immer haben die Menschen Verständnis für meine mangelnde Aktivität. Ich habe gelernt, mir meine Kräfte einzuteilen, um mehr zu schaffen. Stattdessen gehe ich spazieren und mache Dinge, die ich genieße. Man muss möglichst lang aktiv bleiben.”

Person mit COPD

Aktivitäten auf Ihre Kurzatmigkeit abstimmen


Neben einer regelmäßigen Behandlung können Sie Ihre Kurzatmigkeit auch durch Muskeltraining verringern. Kurzatmigkeit bei körperlichen Aktivitäten kann beängstigend sein. Sie könnten dazu neigen, Bewegung zu vermeiden, die Atembeschwerden hervorrufen könnten. Wenn Sie inaktiv werden, lässt Ihre Fitness nach und Ihre Kondition wird schlechter. Dadurch verlieren Sie an Kraft, was körperliche Aktivitäten zusätzlich erschwert. In der Folge müssen Sie noch stärker atmen, was wiederum selbst einfache Tätigkeiten erschwert. Dies kann auch Ihre Stimmung beeinträchtigen und zu Depressionen führen. Diesen Teufelskreis können Sie bereits im Keim ersticken, indem Sie aktiv bleiben. Wenn Sie sich weiterhin bewegen, arbeiten Lunge und Muskeln so gut sie können, und Ihre Gesundheit wird sich weniger schnell verschlechtern. Neben den Vorteilen für Ihre allgemeine Gesundheit sind Sie bei körperlicher Belastung auch weniger kurzatmig, haben seltener müde Beine, dauerhaft mehr Energie, mehr Muskelkraft, ein besseres Immunsystem sowie mehr Selbstvertrauen und bessere Laune.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)


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