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Schlafbezogene Atmungsstörungen

Der Begriff „schlafbezogene Atmungsstörungen“ bezieht sich auf eine Reihe von Beschwerden, die Störungen bei der Atmung während des Schlafens verursachen. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist die häufigste Störung dieser Art. Als Apnoe wird ein kurzzeitiger Atemstillstand bezeichnet. Obwohl es auch andere Arten von Apnoe gibt, versteht man unter „Schlaf-Apnoe-Syndrom“ normalerweise das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS), bei dem die betroffene Person aufgrund einer temporären Obstruktion der Luftwege kurzzeitig nicht in der Lage ist, zu atmen. Bei OSAS-Patienten kann dieser Vorgang innerhalb einer Nacht mehrere hundert Male auftreten.

Letztes Update 30/04/2021
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Symptome


Wenn wir schlafen, entspannen sich unsere Muskeln. Bei manchen Personen können die Zunge sowie die entspannte Rachenmuskulatur eine Verengung der Luftwege verursachen, was die Atmung erschwert und zu kurzzeitigem Atemstillstand führen kann. Dieser Vorgang veranlasst das Gehirn, eine leichte Weckreaktion auszulösen, durch welche sich die Luftwege wieder öffnen und die Atmung erneut einsetzt. Wiederholtes Aufwachen während der Nacht hat negative Auswirkungen auf die Schlafqualität und führt zu exzessivem Schlafdrang während des Tages.

Jede Apnoe geht außerdem mit einem Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks einher. Der Blutdruckanstieg setzt sich schließlich auch während der Wachphasen fort und erhöht somit das Risiko einer Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Patienten mit OSAS fallen meist durch Schnarchen auf. Das Schnarchgeräusch entsteht durch die Vibration von Gewebe im Rachen. Es zeigt an, dass die Luftwege potentiell instabil sind und während des Schlafens eventuell kollabieren können. Nur ein geringer Anteil aller Schnarcher leidet tatsächlich an OSAS.

Die Symptome von OSAS treten sowohl tagsüber als auch in der Nacht auf:

TAG

  • Exzessiver Schlafdrang
  • Konzentrationsmangel
  • Kopfschmerzen am Morgen
  • Stimmungsschwankungen
  • Mundtrockenheit
  • Impotenz bzw. verminderter Sexualtrieb

NACHT

  • Unruhiger Schlaf
  • Apnoen
  • Würgegefühl beim Aufwachen
  • Lebhafte Träume
  • Nykturie (vermehrter Harndrang während der Nacht)
  • Schwitzen
  • Schlaflosigkeit
  • Vermehrter Speichelfluss und Zähneknirschen

Ursachen


Das Schlaf-Apnoe-Syndrom tritt mit zunehmendem Alter vermehrt auf (bis zu 60 Jahren).

Jede Ursache für eine Verengung des Rachens kann die Wahrscheinlichkeit von OSAS erhöhen:

UMWELTFAKTOREN

Moderates bis schweres Übergewicht stellt einen wichtigen Risikofaktor dar, da dadurch der Fettgewebsanteil der Rachenmuskulatur erhöht wird. Übergewicht wird bei 60-90% aller OSAS-Patienten festgestellt und ist der häufigste Risikofaktor bei Erwachsenen.

Rauchen und Alkoholkonsum wurden ebenfalls mit einem erhöhten Risiko von Schnarchen und Schlaf-Apnoe-Syndrom in Verbindung gebracht.

GENETISCHE FAKTOREN

Manche Personen neigen aufgrund ihrer Erbanlagen eher zu Schlaf-Apnoe als andere.

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom tritt häufiger bei Männern auf als bei Frauen.

Manche Knochenstrukturen des Gesichtsbereichs werden mit einem verengten Rachen in Verbindung gebracht und erhöhen daher das Risiko von OSAS, z.B. ein fliehendes Kinn. Spezifische genetische Syndrome, z.B. das Down-Syndrom, machen das Auftreten von OSAS ebenfalls wahrscheinlicher.

OSAS kann auch bei Kindern auftreten. Häufigste Ursache ist eine Schwellung der Mandeln. Bei manchen Kindern und Erwachsenen kann eine verstopfte Nase die Symptome noch verschlimmern.

Vorbeugung


Wo angezeigt kann eine Änderung des Lebensstils (Gewichtsabnahme, reduzierter Alkoholkonsum, Rauchentwöhnung) bei der Vorbeugung helfen.

Diagnose und behandlung


OSAS wird oft auf Basis von Symptomen und klinischen Untersuchungen vermutet, aber für eine endgültige Diagnose ist meist eine Beobachtung über Nacht erforderlich. Eine detaillierte Schlafstudie (Polysomnographie) zeichnet die Gehirnströme, Muskelaktivität, Augenbewegungen, Herzaktivität, Brustbewegungen und den Luftstrom in Nase und Mund auf sowie den Sauerstoffgehalt im Blut (Oximetrie).

Diese Art von Studien werden in einem Schlaflabor durchgeführt. Bei den meisten Patienten, bei denen OSAS vermutet wird, können aber einfachere Untersuchungen mit tragbaren Geräten durchgeführt werden, häufig sogar im Haus des Patienten. Heute gibt es bereits mehrere Geräte, mit denen verschiedenen Kombinationen aus Blutsauerstoffgehalt, Brustbewegungen, Luftstrom und Herzfrequenz aufgezeichnet werden können.

Das Ausmaß des Schlafdrangs während des Tages wird auf Basis eines einfachen Fragebogens bewertet (Epworth Schläfrigkeitsskala). Dabei wird der Patient gebeten, die Wahrscheinlichkeit seines Einschlafens in unterschiedlichen Alltagssituationen anzugeben. Symptome einer Schlaf-Apnoe wie Schnarchen und Atemstillstand werden häufig auch von der Person berichtet, mit der der Patient das Bett teilt.

Die wirksamste Methode zur Behandlung von Schlaf-Apnoen ist der kontinuierliche positive Atemwegsdruck (CPAP), der eine simple, kostengünstige Therapie darstellt. Diese Art von Behandlung erfolgt mittels eines Geräts, das mit einer auf Nase (oder Nase und Mund) platzierten Maske einen Luftstrom erzeugt. Der Druck des Luftstroms wird so eingestellt, dass der Rachen während der Nacht offen bleibt. Für langfristigen Erfolg muss das Gerät jede Nacht verwendet werden. Andere Optionen sind eine Vorrichtung, die im Mund getragen wird, um den Unterkiefer nach vorne zu schieben. Wo angezeigt, kann auch eine Mandeloperation Sinn machen.

Gegenwärtig gibt es keine pharmakologische Behandlungsform von Schlaf-Apnoen.

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