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Asthma im erwachsenenalter

Asthma ist eine häufige, langfristige Lungenerkrankung, von der Personen aller Altersgruppen betroffen sind. Asthma verursacht eine Entzündung der Atemwege.

Der Begriff „Asthma im Erwachsenenalter“ bezieht sich entweder auf:

  • Asthma im Kindesalter, das bis ins Erwachsenenalter andauert
  • Asthma im Kindesalter, das abgeklungen ist und später im Erwachsenenalter wieder auftritt
  • Asthma, das erst im Erwachsenenalter auftritt

Asthma im Erwachsenenalter tritt häufig im Zusammenhang mit Allergien und allergischen Zuständen auf, z. B. Heuschnupfen. Asthma im Erwachsenenalter kommt häufiger bei Frauen vor als bei Männern.

Letztes Update 30/04/2021
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Symptome


Asthma im Erwachsenenalter verursacht laufende Symptome wie pfeifende Atemgeräusche, Atemnot, Engegefühl in der Brust und Husten. Diese Symptome können jederzeit auftreten, sind aber besonders während der Nacht und am frühen Morgen zu beobachten.

Bei erwachsenen Asthmatikern können viele dieser Symptome in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Manchmal können sich Symptome binnen Stunden oder Minuten verschlimmern. Die resultierende Verengung der Atemwege wird als „Asthmaanfall“ bezeichnet. Hier hilft im Normalfall nur die medikamentöse Behandlung oder, in schweren Fällen, eine Krankenhausaufnahme. Besonders schwerwiegende Fälle können lebensbedrohlich sein, obgleich Asthmaanfälle normalerweise nicht tödlich verlaufen.

Eine Verschlimmerung der Symptome tritt häufig durch Lungeninfektionen ein. Diese sind besonders im Winter und nach den Sommerferien verbreitet.

Bei Erwachsenen, die zusätzlich zu Asthma auch unter Allergien leiden, können Symptome auch durch Allergene ausgelöst werden, z.B. Hausstaub, Haustiere oder Materialien am Arbeitsplatz. Andere häufige Auslöser sind körperliche Anstrengung in kalter oder trockener Luft oder verkehrsbedingte Umweltverschmutzung.

Ursachen


Die meisten Asthmaerkrankungen beginnen im Kindesalter. Bei zwei Dritteln aller Kinder mit Asthma wird die Erkrankung im Teenageralter abklingen. Etwa ein Drittel dieser Erkrankungen tritt im Erwachsenenalter erneut auf.

Das Risiko einer Asthmaerkrankung ist mit genetischen Faktoren verbunden, d.h. elterliche Gene, sowie mit Umweltfaktoren, d.h. Allergene und Schadstoffe in der Umwelt. Wenn diese Faktoren zusammenspielen, also eine Person, die genetisch vorbelastet ist, in einer stark verschmutzten Gegend wohnt, erhöht sich das Risiko weiter.

Forscher haben eine kleine Anzahl von Genen identifiziert, die das Risiko einer Asthmaerkrankung erhöhen. Allerdings sind zusätzliche Forschungsaktivitäten erforderlich, um verschiedenen Gene und ihre Auswirkung auf die Erkrankung zu testen.

Eine wichtige Art von Asthma im Erwachsenenalter ist Berufsasthma. Diese Art von Asthma wird durch bestimmte Materialien am Arbeitsplatz verursacht. Es wird angenommen, dass 15% aller Asthmaerkrankungen im Erwachsenenalter auf den Arbeitsplatz zurückzuführen sind. Erfahren Sie mehr über berufsbedingte Lungenerkrankungen

Vorbeugung


In den meisten Fällen ist die Ursache einer Asthmaerkrankung nicht bekannt. Aus diesem Grund ist es schwierig, Asthma vorzubeugen. Berufsasthma stellt die Ausnahme dar. Diese Form von Asthma kann verhindert werden, indem sorgfältig überwacht wird, wie viel Kontakt Personen mit dem Material haben, welches das Asthma auslöst, bzw. indem die Person von dem Material ferngehalten wird.

Normalerweise lassen sich Asthmasymptome mit Medikamenten verhindern bzw. kontrollieren.

Diagnose und behandlung


Es gibt keinen weit verbreiteten Test, der für die Diagnose von Asthma herangezogen wird. Die Diagnose erfolgt normalerweise über Frageöogen, Tests zur Bewertung der Lungenfunktion und Informationen über Krankenhausaufenthalte und verabreichte Medikamente. Die Symptome von Asthma sind nicht auf diese eine Erkrankung beschränkt. Asthma kann daher leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden, z.B. mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Für die meisten Arten von Asthma im Erwachsenenalter gibt es keine Heilung. Das primäre Ziel lautet daher, die Erkrankung zu kontrollieren statt zu heilen. Dies bedeutet, dass Symptome kontrolliert und die Verschlimmerung von Symptomen und Asthmaanfällen verhindert werden soll.

Gesundheitsfachkräfte verwenden den Begriff „Asthmakontrolle“, um zu beschreiben, wie gut Symptome kontrolliert werden und welche Auswirkungen sie auf den Alltag des Patienten haben. Der Begriff „Asthmaschweregrad“ wird verwendet, um auszudrücken, wie schwierig sich die Kontrolle des Asthma mit der Behandlung gestaltet. Dieses Schema hilft Ärzten dabei, zu entscheiden, welche Behandlungsintensität erforderlich ist.

Zur Behandlung von Asthma gehören folgende Maßnahmen:

  • Vermeidung des Aktiv- oder Passivrauchens
  • Identifizierung von Faktoren, die Symptome auslösen oder verschlimmern
  • Vermeidung von luftgetragenen Allergenen
  • Vermeidung von hohen Graden an Luftverschmutzung

In Europa besteht bei der Asthmakontrolle nach wie vor großer Nachholbedarf, trotz des vermehrten Einsatzes von Asthmamedikamenten. Zu diesen gehören:

  • Medikamente zur Asthmakontrolle: Diese Medikamente werden regelmäßig eingenommen, um den Patienten vor Asthmasymptomen zu schützen. Üblicherweise handelt es sich hier um inhalative Kortikosteroide (ICS), eventuell in Verbindung mit lang wirkenden Beta-Agonisten
  • Medikamente zur Milderung von Symptomen: Diese Medikamente werden eingenommen, um Asthmasymptome zu lindern. Sie entspannen die Muskeln rund um die verengten Atemwege und können bei einem Asthmaanfall oder einer Verschlimmerung der Symptome eingenommen werden. Üblicherweise handelt es sich hier um kurz wirkende Beta-Agonisten

Jede Person ist anders und wird daher eine unterschiedliche Therapiezusammensetzung benötigen. Die Medikamentendosis wird daher je nach den individuellen Symptomen des Patienten variieren. Es ist wichtig, dass Asthmatiker lernen, welche Therapie für sie am besten funktioniert, um ihre Erkrankung selbst in den Griff zu bekommen.

Etwa 10% aller erwachsenen Asthmatiker leiden unter anhaltenden Symptomen und Exazerbationen, obwohl sie eine entsprechende Behandlung erhalten. Diese Art von Asthma wird als „schwer behandelbares Asthma“ bezeichnet und hat oft negative Auswirkungen auf die Lebensqualität der betroffenen Person.

Obwohl Asthma nur relativ selten einen tödlichen Ausgang nimmt, ist dies bei jedem Erwachsenen mit schlecht kontrolliertem Asthma ein tendenzielles Risiko.

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